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Auf dem Weg nach Tokio: Satou Sabally trotz enormer Belastung top motiviert

SID
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Uli Schember

24. Mai 2021

SerieSatou Sabally träumt von Tokio. Die derzeit beste deutsche Basketballerin spielt in Graz mit dem 3x3-Team um das Olympiaticket und nimmt enorme Strapazen auf sich. In einer Serie mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) begleiten wir Deutschlands Sportlerinnen auf dem Weg nach Tokio.

Neun Zahlen, neun Kästchen, darin neun Felder. Ein Fehler zerstört alles. So schaltet Satou Sabally ab. "Jedesmal, wenn ich zum Spiel fahre und im Bus meinen eigenen Sitz habe, spiele ich Sudoku", sagt der deutsche Basketballstar. Es geht beim Lösen der Logikrätsel darum, die "Gedanken ein bisschen runterzubringen", erzählt die 23-Jährige, Sudoku ist Teil ihrer "Gameday-Routine". Auch diese Woche wird sich Sabally auf der Suche nach den richtigen Ziffern im Gitterquadrat den Kopf zermartern, Sabally kämpft in Graz mit dem 3x3-Team um das Olympia-Ticket. Unter 20 Teams werden drei Plätze vergeben für die Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August), wo die Streetball-Variante ihre Premiere feiert.

Viel Spaß beim Drei gegen Drei

Als klar war, dass es dazu kommt, hob Sabally sofort die Hand. "Ich bin auf den Verband zugegangen. Ich wusste direkt, dass ich Drei gegen Drei spielen möchte", sagt die derzeit beste deutsche Basketballerin. Trotz der zusätzlichen Belastung in ihrem ohnehin engen Kalender wollte sie "da unbedingt dabei sein. Weil es so viel Spaß macht."

In Düsseldorf bereitet sich die Berlinerin (wenn das Wetter mitspielt) auf einem Freiplatz im Volksgarten oder in der Halle mit Svenja Brunckhorst, Theresa Simon und Stefanie Grigoleit vor. Im Mittelpunkt steht die Abstimmung, Sabally kam verspätet an, nachdem sie zuletzt in der Türkei mit Fenerbahce Istanbul ungeschlagen den Meistertitel geholt hatte. Ein Problem? "Nö, ich kenne die Mädels ja schon alle", sagt Sabally: "Ich bin jemand, der sich schnell adaptiert." Noch einfacher wäre es wohl gewesen, wenn ihre Schwester Nyara hätte mitmachen können, doch die 21-Jährige fällt kurzfristig verletzt aus. Das sei "schade. Es fühlt sich an, als würde ich die Hälfte von mir vermissen auf dem Feld. Ich habe lange nicht mehr mit ihr zusammengespielt."

Sabally verpasst wegen Olympia Start der WNBA

Wegen ihres 3x3-Abenteuers fehlt Sabally, die im Sommer in den USA aufläuft, den Dallas Wings zum Saisonstart in der Profiliga WNBA. Ganz glücklich war die Franchise darüber nicht. "Okay, wir werden dich vermissen" oder "überleg dir noch mal, ob ihr wirklich Chancen habt", hätten die Verantwortlichen des Klubs gesagt, "als ich den Anruf gemacht habe". Es habe schon "ein bisschen Stress" gegeben. Doch all das ist es wert. Sie liebt 3x3, "es ist schneller, es ist physischer", sagt Sabally, und "es ist im Freien, man bekommt mal was mit von der Umwelt. Normalerweise sind wir immer in der Halle." Erfahrungen im Streetball habe sie schon früh gesammelt. Sie wisse, wie es ist, vom "älteren Bruder auf dem Feld fertiggemacht zu werden".

Die Gegner in Österreich haben es in sich. Etwa Europameister Frankreich und die USA mit einer Mannschaft, die laut Disziplinchef Matthias Weber "pickepackevoll mit echten WNBA-Stars ist". Platz zwei muss für das Viertelfinale her, Sabally glaubt daran: "Wir haben ein super Team, wir sind supertalentiert. Das ist das, was Drei gegen Drei ausmacht. Dass es immer wieder Überraschungen gibt." Das große Ziel Tokio ist nah, Olympia hat Sabally "immer als Traum angesehen, das immer im Fernsehen gesehen". 

Die Sportlerinnen und Sportler sind alle top. Da will man sein.


Serie "Auf dem Weg nach Tokio"

Gemeinsam mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) realisieren wir derzeit eine Serie über Spitzensportlerinnen auf dem Weg nach Tokio. Neben Text und Video produziert meinsportpodcast.de dazu auch eine Podcast-Reihe, die unter dem Namen „Sportfrauen auf dem Weg nach Tokio“ auf der Plattform zu finden ist.

Erschienen in Basketball am 24. Mai 2021

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