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Olympia aktuell Tag 2: Bronzemedaille, Halbfinal-Aus und gute Qualifikation

An Tag 2 der Olympischen Spiele in Tokio 2021 gab es für das deutsche Team schon die nächste Medaille: Im Synchronspringen sichern sich Tina Punzel und Lena Hentschel Bronze. Was sonst noch passiert ist, zeigt unser Überblick.

Reiten: Gelungener Auftakt für Dressurreiterinnen

Alle drei deutschen Dressurreiterinnen haben sich bei den Olympischen Spielen in Tokio für den Start in der Team- und Einzelwertung qualifiziert. Nach Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen), die mit TSF Dalera bereits am ersten Tag in der Qualifikationsprüfung, dem Grand Prix, den Ton angab, folgten heute ihre beiden Teamkolleginnen Dorothee Schneider (Framersheim) mit Showtime FRH und Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose und sicherten sich einen Startplatz in der Kür am Mittwoch, 28. Juli, in der die Einzelmedaillen vergeben werden. Isabell Werth sagte: 

Bella war sehr fokussiert und konzentriert. Es waren zwei oder drei Kleinigkeiten, was vielleicht auch der letzten Durchlässigkeit und ihrem Eifer geschuldet war, das Einreiten und die erste Pirouette. Ansonsten waren das super Highlights. Die ganze Piaffe-Passage-Tour fühlte sich super leicht an. Auch die Trabverstärkungen fühlten sich sehr gut an. Ich bin echt zufrieden.

Badminton: Sieg für Herttrich im Mixed

Im Badminton haben die EM-Dritten Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich in ihrem zweiten Vorrundenspiel in der Mixed-Gruppe D den ersten Sieg verzeichnet und damit einen wichtigen Punktgewinn im Hinblick auf den Einzug in die mit dem Viertelfinale beginnende K.-o.-Runde erzielt. Einen Tag nach ihrer 22:24, 17:21-Niederlage gegen die an Nummer zwei gesetzten Weltranglistendritten Wang Yi Lyu/Huang Dong Ping aus China setzten sich die Perspektivkaderathleten des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Sonntag (25. Juli 2021) mit 21:12, 21:15 gegen die malaysischen Olympiazweiten von 2016, Chan Peng Soon/Goh Liu Ying (Weltranglistenplatz 7), durch. Die vorangegangenen drei Aufeinandertreffen hatten jeweils die Asiaten für sich entschieden (aktuelle Bilanz aus Sicht der Deutschen: 1:3).

Für Yvonne Li erwies sich die Konkurrenz aus Asien als zu stark: Anlässlich ihres ersten Auftritts bei Olympischen Spielen unterlag die 23 Jahre alte Weltranglisten-22. im Dameneinzel der an Nummer drei gesetzten Lokalmatadorin Nozomi Okuhara (Weltranglistenplatz 3) mit 17:21, 4:21. Folglich führt die Japanerin, die bei den Individual-Weltmeisterschaften 2017 den Titel holte, 2019 Vizeweltmeisterin wurde und 2016 bei Olympia Bronze gewann, im direkten Vergleich nun mit 2:0.

Schwimmen: Isabel Gose rauscht mit deutschem Rekord ins Finale

Von so einer Olympiapremiere kann man nur träumen. Isabel Gose kraulte in ihrem ersten Rennen bei den Spielen in Tokio (JPN) gleich einen deutschen Rekord und zog über 400m Freistil in 4:03,21 Minuten als Sechste ins Finale am Montag (ab 03:30 Uhr MESZ) ein. Damit war sie gleich 75 Hundertstelsekunden schneller als ihre Teamkollegin und bisherige Rekordhalterin Sarah Köhler(4:03,96) im Jahr 2017. „Man weiß ja, was man drauf hat und hofft, dass man es im richtigen Moment zeigen kann. Ich bin super froh, dass mir das gelungen ist“, sagte die 19-Jährige. „Jetzt hoffe ich, dass ich nach der Dopingkontrolle schnell zur Ruhe komme und mich über Nacht gut erholen kann, damit ich im Finale noch weiter angreifen kann.“

Kanu: Funk zufrieden mit Start bei Olympia-Debüt

Ricarda Funk konnte sich im Kajak über zwei gelungene Qualifikationsläufe freuen und war die erste und einzige Starterin im Feld, die bereits im ersten Lauf eine Fahrtzeit unter 100 Sekunden anbot. Zwar kam noch eine Torstabberührung mit zwei Strafsekunden obendrauf, dennoch verwies sie die Dauer-Rivalin Jessica Fox zunächst mit 2,15 Sekunden auf den zweiten Rang. Weil beim olympischen Rennmodus alle Starter noch einen zweiten Qualifikationslauf fahren, war damit aber noch nichts entschieden. Funk erreichte hier zwar nicht ihre vorherige Laufzeit, blieb aber fehlerfrei und verbesserte sich damit noch einmal um 0,34 Sekunden. Letztlich zeigte die Australierin jedoch, dass in den Medaillenkämpfen auf jeden Fall mit ihr zu rechnen ist. Mit einer Fabelzeit von 98,46 setzte sich Fox letztlich doch noch an die Spitze des Feldes. „Beide Läufe liefen sehr gut. Ich bin voll zufrieden,“ fasst Ricarda Funk den Start in ihr Olympia-Debüt zusammen. Für die kommende Entscheidungen will sie sich nicht festlegen: „Ich bin superglücklich hier sein zu dürfen.“ Mit ihrer heutigen Leistung dürften die Chancen jedoch nicht sonderlich schlecht stehen.

Turmspringen: Olympiabronze für Tina Punzel und Lena Hentschel

Der Jubel war riesig. Nicht nur bei den deutschen Wasserspringer:innen, sondern im gesamten Team Deutschland, das sich am Sonntagmorgen über das erste Edelmetall bei diesen Olympischen Spielen in Tokio freuen durfte. Tina Punzel (Dresdner SC 1898) und Lena Hentschel (Berliner TSC) gewannen im 3m-Synchronspringen nach einem spannenden Wettkampf mit 284,97 Punkten die Bronzemedaille hinter den favorisierten Chinesinnen (326,40) und Kanada (300,78). Es war die erste Olympiamedaille für die deutschen Frauen im Wasserspringen seit Peking 2008, als Ditte Kotzianund Heike Fischer auch im 3m-Synchronspringen ebenfalls Bronze holten. Tina Punzel sagte:

Einfach genial, ein Traum ist wahr geworden. Die ganze Arbeit hat sich echt bezahlt gemacht, wir konnten uns selbst belohnen mit der Medaille. Es ist unglaublich. Die Medaille baumelt zwar die ganze Zeit um meinen Hals, aber dass sie jetzt wirklich zu mir gehört, kann ich noch gar nicht richtig fassen.

Rudern: Aus im Halbfinale für Doppelzweier

Nach nur 24 Stunden Regeneration stand für Leonie Menzel und Annekatrin Thiele (RC Germania Düsseldorf 1904 e.V./SC DHfK Leipzig e.V.) heute das Halbfinale im Doppelzweier an. Das Duo ging in dem deutlich schwierigeren Halbfinallauf mit gleich drei WM-Finalisten (Niederlande, Frankreich, Kanada) auf der Außenbahn ins Rennen. Mindestens Dritte mussten sie werden, um dem Traum vom olympischen Finale zu verwirklichen. Nach einem schnellen Start fand das Duo zunächst gut ins Rennen, ging dann allerdings mit einem Rückstand von knapp 1,5 Sekunden auf den so wichtigen dritten Rang auf die zweiten 500 m. Auf der zweiten Teilstrecke wuchs der Rückstand um eine weitere Sekunde an. An der Spitze machten die Boote aus Kanada und den Niederlanden das Tempo. Mit knapp 2,5 Sekunden Rückstand auf die drittplatzierten Franzosen ging das deutsche Boot auf die zweiten 1.000 m. Doch statt Meter gut zu machen, mussten die Athletinnen von Thomas Affeldt weiter abreißen lassen. Beim Sieg der WM-Dritten aus den Niederlanden kamen die Deutschen mit mehr als zehn Sekunden Rückstand als Letzte ins Ziel. Damit haben sie das A-Finale verpasst.

Verfasst von Sportfrauen

Erschienen in Badminton, Reitsport, Schwimmen, Wassersport am 25. Juli 2021

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