Halbfinal-Traum für Kerber, Petkovic und Co. geplatzt

Bei den Billie Jean King Cup-Finals hat das Porsche Team Deutschland auch die zweite Begegnung in Gruppe D verloren. Die Mannschaft von Kapitän Rainer Schüttler unterlag der von Olympiasiegerin Belinda Bencic angeführten Schweiz am Dienstagabend 0:3 und muss somit vorzeitig die Heimreise aus Prag antreten.

Andrea Petkovic (WTA 76) fand in der Auftaktpartie gegen Viktorija Golubic (WTA 45) zwar nur mühsam ins Match und lag schnell 0:4 hinten. Doch dann entwickelte sich ein Match auf Augenhöhe. „Mein Körper hat heute 20, 30 Minuten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Da spüre ich dann schon mein Alter. Ich war gestern Nacht so gegen 3.00 Uhr im Bett – und damit wahrscheinlich am frühesten von allen aus unserem Team. Als ich dann in den Rhythmus kam, war ich nah dran, aber in den entscheidenden Momenten hat sie besser gespielt.“ Wer weiß, wie das Match verlaufen wäre, hätte die Darmstädterin einen ihrer drei Satzbälle im zweiten Durchgang verwandelt.

Anschließend musste sich im Spitzeneinzel Angelique Kerber (WTA 9) Olympiasiegerin Belinda Bencic (WTA 17) mit 7:5, 2:6 und 2:6 geschlagen geben. „Es war ein sehr starkes Match von uns beiden. Der erste Satz war auf einem sehr hohen Niveau, im zweiten habe ich dann leider mein Aufschlagspiel früh abgegeben, und im dritten hat sie quasi fehlerlos gespielt und die Ballwechsel diktiert. Ich habe das Match nicht verloren, sondern sie hat es gewonnen“, so das ehrliche Fazit der dreifachen Grand-Slam-Siegerin.

Natasja Schunk feiert Premiere

Im letztlich bedeutungslosen Doppel feierte Nastasja Schunk ihre Premiere im Billie Jean King Cup-Wettbewerb. Die 18-jährige Linkshänderin, die im Juli das Juniorinnen-Finale von Wimbledon erreicht hatte, wurde damit von Kapitän Schüttler für ihren Trainingsfleiß in den vergangenen Tagen belohnt. An der Seite von Anna-Lena Friedsam spielte „Nasti“ gegen Viktorija Golubev und Jil Teichmann. Das Match endete 6:1 und 6:2 für das Duo aus der Schweiz.

Der Ansetzung der beiden Begegnungen am Montagabend gegen Tschechien und am Dienstagabend gegen die Schweiz spielte dem deutschen Team nicht gerade in die Karten, was Kapitän Schüttler in der Abschlusspressekonferenz verdeutlichte: „Wir waren heute Nacht alle sehr, sehr spät im Bett – da war natürlich die Regenerationszeit sehr kurz und die Vorbereitung nicht optimal.“ Entsprechend zeigte sich Schüttler enttäuscht: „Wir sind hierhergekommen, um den Wettbewerb zu gewinnen – und wir hatte gute Chancen dazu. Doch leider haben wir sie nicht nutzen können.“ Aber er hob auch die positiven Dinge der Woche in Prag hervor: „Wir haben die Nachwuchsspielerinnen Jule Niemeier und Nastasja Schunk sehr gut in das Team integriert. Beide werden ihren Weg gehen. Auch das Doppel von Anna-Lena Friedsam mit Niemeier gegen das Weltklasseduo aus Tschechien war herausragend." 

Wenn die beiden öfter zusammenspielen, haben wir vielleicht auch bald ein Doppel auf absolutem Spitzenniveau für den Billie Jean King Cup.

Der Billie Jean King Cup wird im Round Robin-Format ausgetragen, die vier Gruppenersten spielen in den Halbfinals am Freitag und im Finale am Samstag im K.O.-Modus um den wichtigsten Mannschaftstitel im Damentennis. Jede Begegnung besteht aus zwei Einzeln und einem Doppel.


Verfasst von DTB

Erschienen in Tennis am 03. November 2021

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