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Global Running Day 2021: Ein Buch über die Magie des Laufens mit Inspirations-Potenzial

MeinungLaufen für Erfolge. Laufen für klare Gedanken. Laufen für die Gesundheit. Es gibt viele Gründe, mit dem Laufsport zu beginnen. Das Buch "Running forever" zeigt mit mehr als 20 Geschichten von Läuferinnen, welchen Weg sie genommen haben und kann so als Inspiration für viele andere Frauen dienen.

Am 2. Juni 2021 ist es wieder soweit: Der Global Running Day findet wie jeden ersten Mittwoch im Juni statt. Ein Tag, der vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie eine enorme Bedeutung haben dürfte. Immerhin boomt der Ausdauersport und zahlreiche Menschen schnürten in den verschiedenen Lockdowns regelmäßig die Laufschuhe. 65 Prozent der befragten deutschen Läufer:innen gaben in einer Studie 2020 an, dass Laufen ihnen im Moment dabei helfe ein Gefühl von Kontrolle zu bewahren und mental gesund zu bleiben.

Davon sprechen auch die Autorinnen in "Running forever – Wie Frauen zu lebenslangen Läuferinnen werden", die alle schon weit vor der Corona-Pandemie mit dem Laufen begonnen haben. 23 Frauen schreiben über ihren persönlichen Weg zum Laufsport, der nicht immer ohne Stolpersteine verlaufen ist, und wieso sie trotzdem dabeigeblieben sind. Ein motivierendes Buch, das einen selbst dazu bringt, über das eigene Laufen nachzudenken. 

Vorwort von Frauenlauf-Ikone Kathrine Switzer

Im Vorwort erzählt Kathrine Switzer (74) von ihrem Start in einen Sport, der nicht nur ihr eigenes Leben verändern sollte. Die US-Amerikanerin schrieb 1967 Sportgeschichte, als sie als erste Frau offiziell beim Boston-Marathon startete. In den Jahren danach, setzte sie sich für Gleichberechtigung im Laufsport ein, organisierte Frauenläufe. Switzer war maßgeblich daran beteiligt, dass der Frauen-Marathon schließlich als olympische Disziplin anerkannt wurde. Wenn sie über Laufen schreibt, dann schreibt sie von Magie. 

Jetzt bin ich 74 Jahre als und seit 62 Jahren am Laufen. Und jeden Tag, an dem ich gelaufen bin, habe ich die Magie dabeigehabt. Jedes neue Lebensjahrzehnt habe ich Dinge geschafft, die ich die zehn Jahre zuvor nicht für möglich gehalten hatte, und das, weil ich fühlte, dass ich alles erreichen konnte, solange ich lief.

Die Worte von Switzer zu Beginn des Buches machen Lust auf mehr. Auf mehr Geschichten. Mehr Inspirationen. Mehr ehrliche Frauen, die auch mal von Niederlagen berichten, von der eigenen Schwäche und Fehlern, aus denen sie gelernt haben. In "Running forever" erzählen Weltmeisterinnen, Pfarrerinnen, Sozialarbeiterinnen, Ärztinnen und andere, ganz unterschiedliche Frauen, ihre Geschichte. Und sie zeigen: Jeder kann laufen und diese Magie erleben, von der Switzer zu Beginn des Buches schreibt.

Mit strukturiertem Training zum Erfolg

So erzählt beispielsweise Ulla Chwalisz, die mittlerweile auch Beauftragte für Sportentwicklung der Deutschen Triathlon Union ist, wie sie mit 41 Jahren zum ersten Mal einen Marathon-Vorbereitungskurs besucht hat. Gelaufen war sie schon vorher, niemals aber mit einem strukturierten Training. Und was das bringen kann, zeigte sich in den folgenden Jahren: Gute Platzierungen bei Halbmarathons, Teilnahme an Deutschen Meisterschaften über zehn Kilometer, Treppchen im Triathlon über die Olympische Distanz. Über ihre Freude an Wettkämpfen schreibt Chwalisz:

Ist die Startnummer auf dem Bauch, hört die Gaudi auf – aber nur um dann im Ziel die Party richtig zu zünden.

Wie Chwalisz hat das Laufen auch viele andere Autorinnen des Buchs zu Wettkämpfen gebracht. Katrin Dörre-Heinig begann ihre Laufsport-Karriere in der DDR und nahm später an Europacups, Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil – wo sie nicht selten mit einer Medaille zurückkam. Silke Pfenningschmidt-Gläsker war als (Ultra-)Trailläuferin bei zahlreichen Deutschen Meisterschaften dabei und belegte auch international vordere Plätze. Und Sylvia Schenk lief neben zahlreichen Wettkämpfen etwa auch einen Weltrekord in der 4x800Meter-Staffel.

Laufen für die Seele – und die Umwelt

Doch nicht alle Frauen wollen unbedingt in Wettkämfen erfolgreich sein oder sich dort beweisen. Viele, wahrscheinlich der Großteil, laufen für sich selbst. Auch Anita Horn, die als Radio-Reporterin und Bloggerin in Köln lebt, hat schon Wettkämpfe absolviert und auch schon mehr als einen Marathon und sogar einen Ironman hinter sich gebracht. Vor allem aber hat sie in den vielen Stunden in Laufschuhen herausgefunden: "Laufen trägt zu meinem Seelenheil bei." Weil Laufen aber mehr ist, als einfach nur einen Schritt vor den anderen zu setzen, denkt Anita Horn auch an die Umwelt. Zwar ist Laufen eine CO2-arme Sportart, aber auch Laufschuhe, Getränke, Kleidung und mehr vergrößern den ökologischen Fußabdruck. Und um den möglichst klein zu halten, macht Horn auch Plogging. Joggen und dabei Plastikmüll aufsammeln. 

Das Buch "Running forever" zeigt, dass es viele Gründe geben kann, mit dem Laufen anzufangen. Und dass jeder etwas anderes aus dem Sport schöpft. Es zeigt aber auch, dass jeder laufen kann und es zumindest einmal probiert haben sollte. Die Herausgeber:innen Beate Komnitz-Schüler, Bettina Richter, Dr. Raphael Richter und Wolfgang W. Schüler haben eine gute Mischung geschaffen aus ambitionierten Leistungssportlerinnen und Hobby-Läuferinnen, die das Potenzial haben, viele andere Frauen zu inspirieren. Zu lebenslangem Laufen.


"Running forever. Wie Frauen zu lebenslangen Läuferinnen werden" (200 Seiten) ist 2021 im Arete Verlag erschienen.

Erschienen in Meinung am 02. Juni 2021

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