Eiskunstlauf

Hamburg holt Deutschen Meistertitel im Indoor Lacrosse

Nach zweijähriger Corona-Pause, die nächste Deutsche Meisterschaft der Damen im Indoor Lacrosse ausgetragen werden. Mit einem knappen 16:15-Sieg setzten sich die Hamburgerinnen vom HTHC gegen die amtierenden Meisterinnen aus München durch.

Lange war nicht klar, ob die Deutschen Meisterschaften der Damen im Indoor Lacrosse überhaupt stattfinden konnten. Rund zwei Wochen vor Austragungsbeginn gab der DLaxV (Deutscher Lacrosse Verband) jedoch grünes Licht: Die pandemische Lage sowie die aktuellen Verordnungen lassen den Wettbewerb zu – wenn auch mit Einschränkungen. “Aufgrund der aktuellen Corona-Situation konnte die DM leider nur ohne die Teams im Westen stattfinden”, so Ole Johannsen, Veranstaltungskoordinator des DLaxV. “Dass ein solches Format nach zwei Jahren Pandemie überhaupt planbar war, lässt dies aber verschmerzen. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr wieder alles glatt läuft und alle qualifizierten Teams dabei sein können.” 

Berlin rückt für Stuttgart ins Finale

Vier Teams aus zwei Ligen waren schlussendlich beim Endrunden-Turnier dabei. Darunter die amtierenden Indoor- und Feld-Meisterinnen vom HLC Rot-Weiß München und Feldliga-Vizemeister Hamburg sowie die Gastgeberinnen von den Spreewölfen Berlin. Das vierte Team wurde kurzfristig mit den Spielerinnen vom BHC Berlin besetzt. “Ursprünglich hatte sich der ABV Stuttgart für die Endrunde qualifiziert”, erläutert Sarah Andreas, Direktorin Spielbetrieb. 

Da die Damen jedoch nicht teilnehmen konnten, ist der BHC nach ausführlicher Abstimmung mit den Ligaleitungen als bestplatziertes Alternativ-Team nachgerückt.

Im ersten Spiel trafen die Berlinerinnen dann direkt auf die Favoritinnen aus München, die ihrer Rolle mehr als gerecht wurden und das Spiel ganz klar dominierten. Bereits im ersten Viertel stand es 11:0, 4 Tore folgten in Quarter zwei. Erst nach der Halbzeitpause gelang es den Berlinerinnen, das Anschlusstor zum 15:1 zu erzielen. Der verdiente Endstand lautete schlussendlich 20:1 für den HLC. Sechs Tore gingen auf das Konto von Laura Koschorek, Lauren Goerz brachte es mit zwei Toren und vier Assists ebenso auf starke sechs Scorerpunkte. Ida Kemps verhinderte hingegen den Shutout der Münchnerinnen. 

Hamburg zieht klar ins Finale ein

Das zweite Halbfinale wurde zwischen Hamburg und den Spreewölfen ausgetragen. Auch hier wurde bereits zu Beginn die Dominanz der Hamburgerinnen deutlich: Mit 9:3 ging es nach einem starken Auftakt in die Halbzeitpause. Anschließend zeigten die Spreewölfinnen Kampfgeist und konnten das dritte Viertel mit 1:2 für sich entscheiden, im letzten Quarter zumindest mit 3:3 gegenhalten. Gereicht hat dies letztendlich aber nicht, sodass Hamburg mit 13:8 ins Finale gegen München einzog. Top-Scorerin dieses Spiels wurde Antonia Garbe mit 6 Toren und 3 Assists. Für die Spreewölfe konnte Wiebke Gergeleit 6 Scorerpunkte mit 2 Toren und 4 Assists verbuchen. 

Vor dem Finale wurde das Spiel um Platz 3 als Derby zwischen den Spielerinnen des BHC und den Spreewölfen ausgetragen. Hier zeichnete sich das Bild der Halbfinalrunden sehr früh ab: Die Gastgeberinnen gingen im 1. Quarter mit 3:0 in Führung, erhöhten bis zur Halbzeitpause auf 6:0. Auch hier kamen die Angriffe des BHCs erst in der Endphase durch, sodass das Spiel mit 13:2 endete und die verdiente Bronzemedaille in heimischen Gefilden blieb. Nicht zuletzt eine starke Save-Quote von 74% von Torhüterin Miriam Hecht in beiden Spielen rechtfertigte diese Platzierung, auch die starke Performance der Feldspielerinnen zeigte das Potenzial des noch recht jungen Indoorliga-Teams. 

Wiedersehen im Finale

Im großen Finale standen sich dann mit Hamburg und München zwei Konkurrenten gegenüber, die bereits im Finale der Deutschen Meisterschaft im Feldlacrosse 2019 aufeinandertrafen. Für sich entscheiden konnten das Spiel damals die Damen aus Bayern mit 10:6. Der Ehrgeiz der Nordlichter war demnach immens groß, dieses Mal erfolgreich vom Platz zu gehen. Entsprechend eng zeigte sich der Spielverlauf: Theresa Geissinger sorgte bereits in Minute 1 für die Führung Hamburgs, die Antwort folgte nur rund 30 Sekunden später durch Lauren Goerz, die damit einen 3-Tore-Run durch München einleitete, der jedoch durch Hamburg wieder unterbrochen werden konnte. Nach 10 Minuten stand es dann 4:3 und auch das zweite Quarter zeigte mit 5:4 keinen klaren Favoriten, sodass es mit nur 2 Toren Unterschied für München in die Pause ging. 

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste: Zwar legte dieses mal München mit einem schnellen Tor vor, doch waren es dieses mal die Hamburgerinnen, die mit 4 Toren in Folge für Spannung sorgen und die 10:11 Führung übernehmen konnten. Bis zum Ende sollte es dann durchweg spannend bleiben: Es folgten immer wieder Führungswechsel, jedoch betrug die Differenz nie mehr als zwei Tore, sodass nach 40 Minuten regulärer Spielzeit ein 15:15 auf dem Board stand und die Entscheidung in der Overtime getroffen werden musste. Mehr als zwei Minuten lang zeigten sich dann spannende Szenen auf beiden Seiten - gute Torchancen wie auch Glanzleistungen der Goalies mit starken Saves. 

Gute Stimmung in der Halle

Die Stimmung in der Halle kochte und beide Teams hätten den Pokal und die Goldmedaillen gleichermaßen verdient, bis dann mit einem gut platzierten Schuss das Ende des Finalspiels besiegelt wurde: Der Sieg ging durch das Entscheidungstor von Theresa Geissinger nach Hamburg. Top-Scorerin war hier abermals Antonia Garbe, die nicht nur insgesamt starke 8 Punkte erzielte, sondern auch die Vorlage zum Siegtreffer gab.

Verfasst von DLaxV

Erschienen in Sportarten am 02. März 2022

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