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Playoffs in der DFEL: Das sind die Meisterschafts-Kandidatinnen 2022

Die Bundesliga der Frauen geht ab Samstag in die heiße Phase: Die vier besten Teams der Hauptrunde starten in die Playoffs, die erstmals im Best-of-Five-Modus stattfinden. Neben den drei bayerischen Teams haben sich in dieser Saison auch die Mad Dogs Mannheim souverän einen Platz in den Playoffs erarbeitet.

It's Playoffs, Baby! In der Eishockey Bundesliga der Frauen wird es jetzt nochmal so richtig spannend. Die amtierenden Meisterinnen vom ESC Planegg starten als Tabellenerster genau wie der ECDC Memmingen (Rang zwei) mit Heimrecht in die Playoffs, die Finals beginnen am 12. März. Spätestens am 26. März stehen dann die neuen Deutschen Meisterinnen fest.

Dass der Titel überhaupt in Playoffs ausgespielt wird, gibt es bei den Frauen erst seit der Saison 2018/19. Im Best-of-Three setzte sich damals der ECDC Memmingen im Finale gegen den ESC Planegg durch. Die Oberbayerinnen wollten sich im Jahr darauf revanchieren – doch kurz vor dem entscheidenden Finalspiel wurde die Saison corona-bedingt abgebrochen. 2021 gab es, ebenfalls aufgrund der Pandemie, statt Playoffs ein Finalturnier. Die Titelträgerinnen: der ESC Planegg.

Topscorerin der DFEL wurde Nationalteam-Kapitänin Julia Zorn (ESC Planegg) mit 27 Toren und 20 Vorlagen in 22 Partien. Auf Rang 2 landete Laura Kluge (ECDC Memmingen) mit 16 Toren und 23 Vorlagen in 19 Matches. Den Titel der punktbesten Verteidigerin holte sich Tanja Eisenschmid vom ERC Ingolstadt. Sie erzielte sechs Treffer selbst und legte 28 Mal für ihre Mitspielerinnen auf. Statistisch gesehen beste Torhüterin war Lisa Hemmerle, die während der Saison von Planegg nach Ingolstadt gewechselt war. Sie kassierte lediglich ein Tor pro Spiel, wehrte 95 Prozent der Schüsse auf ihr Tor ab und verzeichnete mit sieben (!) Shutouts einen mehr als alle anderen Torhüterinnen der DFEL zusammen.

ERC Ingolstadt zu Gast bei Titelverteidiger Planegg

Als Tabellenerster mit 19 Siegen aus 24 Spielen haben sich die Titelverteidigerinnen vom ESC Planegg schon vorzeitig das Heimrecht in den Playoffs gesichert. Doch in dieser Saison zeigte das Team, das auch von Ausfällen geplagt war, hin und wieder Nerven. Zwar startet Planegg nun mit zuletzt vier Siegen in die Playoffs, dafür aber mit einem Paukenschlag: Mitte Februar trennte man sich von Coach Marcel Breil. Für den kam diese Entscheidung unerwartet: „Wir hatten natürlich turbulente Zeiten, ich war aber energiegeladen und zuversichtlich. Dass die Mannschaft mit mir nicht zufrieden war, habe ich so nicht erlebt.“ Inwiefern das den ESC nun beim Start in die Playoffs beeinflusst, wird sich zeigen.

Die Gegnerinnen im Halbfinale: der ERC Ingolstadt. Das Team erlebte in dieser Saison ein Auf und Ab, geschuldet dem fehlenden Spielrhythmus und vielen Ausfällen. Die Personallage ist auch kurz vor den Playoffs angespannt. „14 Spielerinnen kehren gerade von einer Corona-Infektion zurück, zwei stehen gar nicht mehr zur Verfügung und hinter drei anderen steht ein Fragezeichen“, sagt Headcoach Christian Sohlmann. Dennoch kann sein Team mit zuletzt sechs Siegen in Folge selbstbewusst in die Playoffs gehen. Das Ziel von Sohlmann ist klar: 

Wenn wir es ins Finale schaffen, ist alles möglich. Genau wie die anderen spielen wir natürlich um den Titel.

Memmingen empfängt Überraschungsteam Mannheim

Nach der WM im August musste der ECDC Memmingen auf einige Verletzte verzichten und in der Liga bittere Niederlagen einstecken. Doch dann fing sich das Team wieder, der Trainerwechsel im November sorgte für zusätzlichen Aufwind. Memmingen kämpfte sich sogar auf Rang zwei der Tabelle und mittlerweile stimmt auch die Kadergröße wieder. Bis auf zwei Langzeitausfälle ist der Kader komplett. Coach Waldemar Dietrich sagt: 

Wir haben schon jeden Gegner in der Liga geschlagen, auch wenn die Spiele meist knapp waren. Daher wird in den Playoffs die Tagesform entscheiden.

Knapp war es auch zuletzt gegen die Mad Dogs Mannheim, die ihre bislang beste Saison gespielt haben. Das Team qualifizierte sich vorzeitig für die Playoffs und verpasste nur knapp Rang zwei. „Unser Ziel war ein sicherer Platz vier, ich hatte nie erwartet, dass wir uns oben in der Tabelle so lange festsetzen“, gibt Cheftrainer Randall Karsten zu. Mit einer längeren Spielpause zuletzt kam das Team aber etwas aus dem Trainingsrhythmus. Doch Karstens Truppe sei heiß und trotz ein paar Ausfällen gut aufgestellt. Er sagt: 

Wir gehen als Außenseiter in die Playoffs und wollen die anderen so lange wie möglich ärgern.

Am Wochenende des 26. und 27. Februar 2022 geht’s los mit den ersten beiden Halbfinalpartien. Während Planegg und Ingolstadt die Spiele mit wechselndem Heimrecht absolvieren, wird Memmingen aufgrund der Entfernung zuerst zwei Mal zu Hause gegen Mannheim auflaufen und dann zu Spiel 3 sowie einem möglichen Spiel 4 in die Quadratestadt reisen. Die Finals starten am 12. März 2022. 

Die Platzierungsrunde für die Plätze 5-7 entfällt nach Rücksprache mit den Vereinen.

Playoffs-Termine 2022 im Überblick

Halbfinal-Serie 1: ESC Planegg - ERC Ingolstadt

  • Spiel 1: 26.02.2022 20:00 Uhr ESC Planegg – ERC Ingolstadt (Eisstadion Miesbach)
  • Spiel 2: 27.02.2022 17:15 Uhr ERC Ingolstadt – ESC Planegg
  • Spiel 3: 05.03.2022 17:00 Uhr ESC Planegg – ERC Ingolstadt (Eisstadion Grafing)
  • Spiel 4: 06.03.2022 17:15 Uhr ERC Ingolstadt – ESC Planegg*
  • Spiel 5: 09.03.2022 20:00 Uhr ESC Planegg – ERC Ingolstadt* (Eisstadion Grafing)

Halbfinal-Serie 2: ECDC Memmingen – Mad Dogs Mannheim

  • Spiel 1: 26.02.2022 17:15 Uhr ECDC Memmingen – Mad Dogs Mannheim
  • Spiel 2: 27.02.2022 12:15 Uhr ECDC Memmingen – Mad Dog Mannheim
  • Spiel 3: 05.03.2022 19:30 Uhr Mad Dogs Mannheim – ECDC Memmingen
  • Spiel 4: 06.03.2022 12:30 Uhr Mad Dogs Mannheim – ECDC Memmingen*
  • Spiel 5: 09.03.2022 20:00 Uhr ECDC Memmingen – Mad Dogs Mannheim*

*falls notwendig

Erschienen in Eishockey am 22. Februar 2022

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