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Radsport

Das Radsportjahr 2020: Frauen holen 16 von 22 Goldmedaillen

Viele Rennen mussten ausfallen – und doch gab es zahlreiche Medaillen für den Bund Deutscher Radfahrer. Einen Großteil davon holten die Damen, allen voran Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze.

Ein ungewöhnliche Jahr geht zu Ende, ein Jahr, das durch die Corona-Pandemie viele Einschränkungen nach sich zog. Veranstaltungen mussten verschoben oder sogar abgesagt werden. Nichts war planbar, vieles musste improvisiert werden. Doch in der Krise zeigte sich, dass auf die Sportlerinnen und Sportler Verlass war. Obwohl deutlich weniger Wettkämpfe stattfanden, gewannen die Sportlerinnen und Sportler des BDR 22 Goldmedaillen, holten 13 Mal Silber und 13 Mal Bronze. Viele Medaillen davon gehen auf das Konto der Damen.

Hannah Ludwig und Franziska Koch jubeln bei Straßen-EM

Die Straßenfahrer konnten nach dem Lockdown zumindest in der Eliteklasse fast alle großen Rennen bestreiten: die großen Rundfahrten, die Klassiker, die Weltmeisterschaft. Bei der Straßen-EM durfte der BDR über zwei Goldmedaillen jubeln: Hannah Ludwig verteidigte ihren Titel im Zeitfahren und die Mixed-Staffel holte ebenfalls Gold. Silber gab es für Marco Brenner im Zeitfahren der Junioren und für Franziska Koch im Zeitfahren der U23. Und Pascal Ackermann gewann erneut Bronze im Straßenrennen.

Emma Hinze darf Titel nicht verteidigen

Härter traf es die Bahnfahrer. Nach einer glorreichen Heim-WM in Berlin, wo der BDR mit vier Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen hinter den Niederlanden Platz zwei im Nationenranking belegte, gab es nicht mehr viele Rennen für sie. Emma Hinze, die in Berlin zur Königin der Titelkämpfe wurde und dreimal Gold gewann, konnte wie viele andere auch keine Wettkämpfe mehr bestreiten, weil der BDR die Elite-WM in Bulgarien wegen der Corona-Pandemie abgesagte.

Herausragende Lea Sophie Friedrich in Italien

Den Bahn-Nachwuchs traf es besser. Er konnte Anfang Oktober nach Italien reisen und jubelte 30 Mal! Zwölf Gold-, neun Silber- und neun Bronzemedaillen nahmen die Athletinnen und Athleten des BDR mit nach Hause. Herausragend war Lea Sophie Friedrich, die bei vier Starts (Sprint, Keirin, Teamsprint und Zeitfahren) alle Titel holte und mit den beiden Goldmedaillen von Berlin 2020 insgesamt sechs Titel holte.

Luisa Daubermann holt Silber im Mountainbike

Ein straffes Programm absolvierten die Mountainbiker im Oktober: Der MTB-WM in Österreich folgte wenige Tage später die EM in der Schweiz und direkt danach die Deutsche Meisterschaft. Unter den guten Ergebnissen ragen vier besonders hervor: Der WM-Titel von Lennart-Jan Krayer im Cross Country der Junioren und die Silbermedaille von Luisa Daubermann bei den Juniorinnen. Bei der Eliminator-WM holte Simon Gegenheimer Silber, bei der Eliminator-EM Marion Fromberger Bronze.

Die Goldmedaillengewinnerinnen 2020

  • Brauße, Franziska (Bahn-EM U23 Einerverfolgung)
  • Brennauer, Lisa (Straßen-EM Elite Team-Staffel)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-WM Elite Zeitfahren)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-WM Elite Teamsprint)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-EM U23 Zeitfahren)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-EM U23 Teamsprint)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-EM U23 Sprint)
  • Friedrich, Lea-Sophie (Bahn-EM U23 Keirin)
  • Grabosch, Pauline (Bahn-WM Elite Teamsprint)
  • Hinze, Emma (Bahn-WM Elite Sprint)
  • Hinze, Emma (Bahn-WM Elite Keirin)
  • Hinze, Emma (Bahn-WM Elite Teamsprint)
  • Klein, Lisa (Straße-EM Elite Team-Staffel)
  • Kröger, Mieke (Straßen-EM Elite Team-Staffel)
  • Ludwig, Hannah (Straßen-EM U23 Einzelzeitfahren)
  • Pröpster, Alessa (Bahn U23-EM Teamsprint)

Emma Hinze ist Radsportlerin des Jahres 2020

Die traditionsreiche Leserwahl von RadSport und RennRad, in diesem Jahr bereits zum 49. Mal durchgeführt, ist entschieden: Lennard Kämna, Emma Hinze und Marco Brenner sind die Radsportler des Jahres 2020. Während sich bei den Männern wieder die Straßenfahrer durchsetzten und auf den ersten drei Plätzen drei Fahrer des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe zu finden sind, war es bei den Frauen die dreifache Bahn-Weltmeisterin Emma Hinze, die die Gunst der Leser gewann. Bei den Nachwuchssportlern fiel das Votum klar auf Marco Brenner.

Die Erfolge von Emma Hinze im Februar diesen Jahres waren nicht zu toppen: Die Hildesheimerin gewann bei der Heim-WM in Berlin drei Titel. Ihre Siege im Sprint, im Keirin und im Teamsprint machten sie zur großen Favoritin für die Olympischen Spiele in Tokio, aber dann kam alles anders. Im weiteren Verlauf des Jahres konnte die 23-Jährige wegen der Corona-Pandemie keine Wettkämpfe bestreiten. Darum freut sie sich umso mehr über den Erfolg bei der Leserwahl. „Das ist cool und noch einmal eine Anerkennung meiner Leistung, wenn sich so viele Leute bei einer so traditionsreichen Wahl für mich entscheiden“, sagt Hinze, die sich in den nächsten Monaten auf die Olympiavorbereitung stürzen wird, nachdem ihre Knieverletzung wieder ausgeheilt ist.

Viele Rennen werden 2020 abgesagt

Während die Weltmeisterschaften noch zur Hälfte ausgetragen werden konnten, fanden nur fünf, statt geplanten 14 Europameisterschaften statt. Die großen Verlierer waren BMX, Trial und die Hallenradsportler. Trial und BMX durften wenigstens noch nationale Titelkämpfe austragen, in der Halle fand überhaupt nichts statt. Für die Kunstfahrer und Radballer war 2020 ein absolut verlorenes Jahr, das eigentlich mit der Heim-WM in Stuttgart im November gekrönt werden sollte. Sie findet nun 2021 statt.

Die MTB-WM, geplant im Juni in Albstadt, wird dagegen so schnell nicht mehr nach Deutschland kommen. Sehr hart traf es auch die Rennen in Deutschland. Fast 80 Prozent aller deutschen Rennen mussten abgesagt werden. Das war insbesondere für den Nachwuchs schmerzlich, denn das zurückliegende Jahr ist nicht nachzuholen. Die Bundesliga, wichtigste Säule bei der Talentförderung, musste Federn lassen. Immerhin konnten bei den Junioren fünf Wertungsrennen, bei den Männern allerdings nur drei durchgeführt werden. „Wir hoffen, 2021 wieder durchstarten zu können und sind dankbar, dass uns die Müller – lila Logistik als Titelsponsor auch in der Krise die Treue hält,“ sagt BDR-Vize-Präsident Günter Schabel.

Verfasst von BDR/Sportfrauen

Erschienen in Radsport am 28. Dezember 2020

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