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Klosterhalfen Siebte in Polen - Lückenkemper stark

SID
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06. August 2022

Im Ziel hatte Konstanze Klosterhalfen ihr Lächeln wiedergefunden.

Chorzów (SID) - Im Ziel hatte KonstanzeKlosterhalfen ihr Lächeln wiedergefunden: Gut zwei Wochen nach ihrem enttäuschenden Vorlauf-Aus bei der Leichtathletik-WM in Eugene präsentierte sich die Leverkusenerin beim Diamond-League-Meeting im polnischen Chorzow deutlich verbessert. Beim 3000-m-Erfolg von Doppel-Olympiasiegerin Sifan Hassan aus den Niederlanden (8:39,27) belegte die 25-Jährige in 8:42:34 Minuten den siebten Platz.

"Das ist für mich wie ein Befreiungsschlag", sagte Klosterhalfen bei Sky, "das Rennen hat mir wieder Spaß gemacht. Ich habe mich wieder stark gefühlt. Daraus kann ich viel Positives ziehen."

Bei der WM war Klosterhalfen über 5000 m deutlich unter Wert geschlagen worden. Völlig entkräftet war sie im Vorlauf nur Achte geworden, 17 Sekunden hatten ihr zum Finaleinzug gefehlt. In Chorzow, der neunten Station der Diamond League, hielt sie bis 250 Meter vor dem Ziel noch gut mit. Als jedoch Hassan ihren unwiderstehlichen Spurt anzog, riss die Spitzengruppe auseinander.

Freuen durfte sich auch Gina Lückenkemper nach den 100 m. Die 25-Jährige vom SCC Berlin kam nach einem mäßigen Start in 11,10 Sekunden bei 0,5 m Rückenwind noch auf den guten vierten Platz. "Mit diesem Platz in so einem Feld kann ich wirklich zufrieden sein auch mit Blick auf die EM in München. Ich muss beim Start aggressiver sein", sagte die EM-Zweite.

Wieder einmal eine Klasse für sich war die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce. Die fünfmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin trommelte die Bahn in 10,66 Sekunden herunter und stellte damit eine Jahres-Weltbestzeit auf. "Diese Frau ist einfach eine Granate", sagte Lückenkemper beinahe ehrfurchtsvoll.

Im Speerwurf verpasste der WM-Vierte Julian Weber als Zweiter den Sieg deutlich. Mit seinen 84,94 m lag der Mainzer 1,74 m hinter dem Tschechen Jakub Vadlejch (86,68), der ihm bei der WM Bronze weggeschnappt hatte. "Heute hat etwas die Spannung gefehlt", sagte Weber.

Zuvor hatte Stabhochsprung-Star Armand Duplantis erneut eine Galavorstellung geboten. 13 Tage nach seinem WM-Triumph in Eugene, wo er den Weltrekord auf 6,21 m verbessert hatte, flog der 22 Jahre alte Schwede in Schlesien im dritten Versuch über 6,10 m.

Für Duplantis war es der zehnte Wettkampf in seiner Karriere - Freiluft wie Halle - mit einer Siegeshöhe von 6,10 m und höher. Der große Sergej Bubka flog elfmal in Höhen von 6,10 bis 6,15 m. Drittes Mitglied im "6,10-m-Klub" ist der Franzose Renaud Lavillenie, dem dies einmal gelang - mit 6,16 m bei seinem Weltrekord 2014 in Donezk. 

Seitdem verbesserte Duplantis, der in Chorzow auf einen Angriff auf den Weltrekord verzichtete, die Marke fünfmal in Zentimeter-Schritten.

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Erschienen in Leichtathletik (Diamond League) am 06. August 2022