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Fußball

,Wir hatten es satt!' US-Fußballstar Alex Morgan gründet Medienunternehmen

SID
SID

Jana Lange

08. März 2021

Athletinnen gründen Medien-Unternehmen: Weibliche US-Sportstars wie Alex Morgan haben genug davon, dass Frauen im Sport noch immer weitaus weniger Aufmerksamkeit bekommen.

Alex Morgan hat eine neue Mission. Der US-Fußballstar selbst hat es längst ins Rampenlicht geschafft, nun will die zweimalige Weltmeisterin andere Frauen im Sport aus dem Abseits holen. Gemeinsam mit den weiteren Olympiasiegerinnen Chloe Kim (Snowboard), Sue Bird (Basketball) und Simone Manuel (Schwimmen) enthüllte Morgan kurz vor dem Weltfrauentag das Medien-Unternehmen "Togethxr". Das Ziel: Frauen sichtbar machen, ihnen eine starke Stimme verleihen. Nicht nur, aber vor allem in ihrer noch immer von Männern dominierten Sportwelt.

Frauensport befindet sich am Wendepunkt

Die Gründerinnen sind überzeugt, dass sich der Frauensport global an einem Wendepunkt befindet, und setzen deshalb genau jetzt - rund viereinhalb Monate vor den Sommerspielen in Tokio, ihren Impuls. "Es wird etwas sein, das Barrieren durchbricht. Etwas, das eine Community und eine Plattform von Athletinnen für Athletinnen schafft", erklärte Morgan.

Denn der Status quo ist ein Teufelskreis. Wer noch immer weniger als zehn Prozent der Sportberichterstattung ausmacht, ist zwangsläufig auch für Sponsoren weniger attraktiv. Also kreieren Morgan und Co. die Bühne, die klassische Medien auch im Jahr 2021 nicht ausreichend einräumen. "Wir hatten es satt, darauf zu warten, dass jemand einen Raum für uns erschafft, also haben wir es selbst gemacht", schrieb Morgan beim Launch auf Twitter.

Aus dem Schatten ins Rampenlicht

Die nächste Generation, so das Credo, muss für eine nachhaltige Veränderung mehr Raum, Möglichkeiten und Vorbilder bekommen. Eines der ersten Projekte ist ein Fingerzeig. Die aufwändig produzierte YouTube-Videoserie "Fenom" über die 17 Jahre alte US-Boxmeisterin Chantel "Chicanita" Navarro, die 2024 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Gold holen will. Gezielte Social-Media-Inhalte, Kooperationen und Merchandising sollen Athletinnen helfen, aus dem Schatten ins Rampenlicht zu treten.

Das so breit gefächerte Thema "Frauen im Sport" ist auch in Deutschland brandaktuell und nimmt spürbar Fahrt auf. So befasst sich etwa die heiß diskutierte "Taskforce Zukunft Profifußball" unter anderem mit der Karriereförderung von Frauen im Fußball und der Förderung des Frauenfußballs.

Zahlreiche Diskussionen am Weltfrauentag 2021

Rund um den Weltfrauentag am Montag wird gleich mehrfach und aus verschiedenen Perspektiven über Geschlechtergerechtigkeit im Sport diskutiert. So sprechen etwa in Dresden die ehemalige Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz und Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit Vertretern aus der (Sport-)Politik über das Thema.

Eine journalistische Plattform explizit für Frauen im Sport hierzulande bietet das Online-Portal "Sportfrauen.net". Als "Vorbild und Pionierin in einer sogenannten 'Männerbastion'" wird am Montag die ZDF-Journalistin Claudia Neumann mit dem Marie Juchacz-Frauenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Erschienen in Fußball am 08. März 2021

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