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Fußball

DFB Frauen siegen mit jungem Team 5:2 gegen Australien – Traumdebüt für Jule Brand

Ersatzgeschwächt und daher mit einem sehr jungen Team traten die DFB-Frauen zum Testspiel gegen Australien an. Von mangelnder Erfahrung war dann aber nichts zu sehen: Mit 5:2 überzeugte die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg

Schreckmoment zwei Stunden vor Anpfiff des Testspiels zwischen den DFB Frauen und Australien: Nationalspielerin Felicitas Rauch wird positiv auf Corona getestet. Sie und Lena Oberdorf, Sara Doorsoun und Svenja Huth – direkte Kontaktpersonen – werden umgehend isoliert. Trotzdem findet das Spiel gegen Australien statt. Entsprechend ersatzgeschwächt, da schon vorab Stammspielerinnen wie Dzenifer Maroszan abgesagt haben, tritt die deutsche Mannschaft in Wiesbaden an. Immerhin fallen mit Oberdorf und Doorsoun gleich zwei Optionen für die Innenverteidigung weg.

Viele junge Spielerinnen im deutschen Team

Insgesamt ist das Spiel für beide Seiten ein echter Test: Die Gegnerinnen aus Australien haben aufgrund der Corona-Situation über ein Jahr nicht mehr zusammen gespielt – und auch das deutsche Team hat in dieser Startformation noch keine Spiele gemeinsam absolviert. Viele junge Spielerinnen sind dabei, etwa Jana Feldkamp, die ihr erstes Länderspiel macht. Eine bedeutende Premiere gibt es auch auf Seiten Australiens: Trainer Tony Gustavsson steht zum ersten Mal an der Seitenlinie, das Team kennt er bislang nur aus Video-Konferenzen.

In den ersten Minuten tasten sich beide Seiten vor allem im Mittelfeld ab. Das deutsche Team kommt etwa mit Paulina Krumbiegel einige Male in die Nähe von Australiens Keeperin Lydia Williams – wenn auch noch nicht gefährlich. Doch dass die junge Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg richtig Lust hat, zeigt sich nach 11 Minuten: Nach einer guten Kombination, eingeläutet von Lea Schüller, und einem Abwehrfehler bei Australien, netzt Sjoeke Nüsken flach ins kurze Eck ein. Keine Chance für Australiens Schlussfrau – und das erste Tor für Nüsken in ihrem zweiten Länderspiel für die DFB-Frauen.

Eine wichtige Position im deutschen Spiel: Kapitänin Sara Däbritz. Die erfahrene Nationalspielerin bringt vor allem im Mittelfeld Ruhe und Konzentration ins Spiel und ist immer anspielbar. Auch hinten steht das deutsche Team mit Marina Hegering und Leonie Maier gut. Auf die harten Zweikämpfe, für die das australische Team bekannt ist, lässt sich die deutsche Mannschaft nicht ein. Wenn Australien dann doch mal in Richtung des Kastens von Merle Frohms kommt, dann über rechts. Doch nie gefährlich. Und auch die gefürchtete Schlüsselspielerin Sam Kerr tritt kaum in Erscheinung. Stattdessen zwingt das junge deutsche Team den Gästen seine Kombinationen auf und arbeitet stark nach vorne. Mutige Aktionen etwa von Lina Magull und Lea Waßmuth und gute Chancen durch Schüller und Krumbiegel zeigen zur Halbzeitpause deutlich: Die deutsche Mannschaft führt verdient.

Torspektakel in der zweiten Halbzeit

War es in der ersten Hälfte noch die fehlende Effektivität, die man im deutschen Spiel bemängeln konnte, sah das in der zweiten Halbzeit schon anders aus: Nach einer starken Hereingabe von Däbritz macht Abwehrspielerin Kathrin Hendrich ihr fünftes Länderspieltor (48.). Wieder sieht die australische Abwehr bei diesem Tor nicht gut aus. Und die jungen Spielerinnen haben noch lange nicht genug. Die frisch eingewechselte Jule Brand macht kurzen Prozess, läuft an der Abwehr in Gelb vorbei – und trifft in ihrem ersten Länderspiel ihr erstes Tor (62.). Und damit noch nicht genug: Wenige Minuten später legt sie perfekt auf und Laura Freigang locht ein (64.). Auch für sie ist es erst das fünfte Länderspiel.

Gegen Ende der Partie nimmt das deutsche Team ein wenig Tempo aus dem Spiel. Und macht dann doch noch einen Abwehrfehler: Eine Verwirrung vor dem deutschen Tor nutzt Australiens Emily Gielnik direkt aus und schiebt den Ball ein zum 4:1 (82.). In der Nachspielzeit darf dann auch Linda Dallmann nochmal ran mit einem sehenswerten Tor zum 5:1. Doch das Spiel ist noch nicht vorbei: Emily Gielnik trifft erneut und beschönigt das Ergebnis aus Gäste-Sicht zum 5:2. Am überzeugenden Auftritt der deutschen Mannschaft ändert das aber nichts.

Erschienen in Fußball am 10. April 2021

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