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Warum weniger Frauen Floorball spielen und warum es sich lohnt, den Sport auszuprobieren

ExklusivTorben Thiel will in NRW den Floorball für Mädchen und Frauen attraktiver machen. Der Trainer und Verbands-Vorstand spielt selbst seit Jahrzehnten und kennt die Vorzüge des Sports. Genau wie seine Tochter Leandra. Die will 2024 bei der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Eine Mischung aus Feld- und Eishockey, bei der es gleichermaßen auf Kondition und Geschicklichkeit ankommt. Gespielt wird mit leichten Kunststoffschlägern und einem gelochten Ball, der ins Tor muss. Die Rede ist von Floorball – früher auch als Unihockey bekannt. Die junge Sportart wächst in Deutschland rasant, wenn auch es derzeit weniger Frauen dort gibt. Einer, der daran etwas ändern will, ist Torben Thiel. Der 51-Jährige gehört zum Vorstand des Nord-Rhein-Westfälischen Floorball-Verbands und steht schon seit er 18 ist mit dem Kunststoffschläger in der Halle. „Ich habe mir die Entwicklung des Frauen-Floorball auf die Fahnen geschrieben“, sagt Thiel, Trainer bei der DJK Grün-Weiß Ennepetal.

Königsdisziplin ist im Floorball das Großfeld

Die Königsdisziplin im Floorball ist das Großfeld, hier gibt es für Frauen auch eine Bundesliga. Pro Mannschaft spielen fünf Feldspielerinnen und eine Torhüterin. Diese hat keinen Schläger und wehrt die Bälle mit dem Körper ab. „Die wichtigsten drei Grundregeln: den Schläger nicht über Hüfthöhe, nicht zwischen die Beine vom Gegner und nicht gegen den Schläger vom Gegner hauen“, fasst Thiel den Sport zusammen. Viel mehr müsse man erst einmal nicht wissen, um anzufangen.

"Die Konkurrenz an Sportarten ist einfach groß und viele kennen Floorball nicht.“

Bei vielen Turnieren und in den unteren Ligen spielen Frauen und Männer zusammen. Auch Thiel trainiert ein gemischtes Team mit Spieler:innen zwischen 14 und 16 Jahren, darunter sechs Mädchen. „Meine Mädels spielen recht rabiat und kommen daher gut gegen Jungs klar“, sagt Thiel und lacht. „Generell wäre es schon besser, wenn es mehr reine Mädchenmannschaften gäbe. Aber die Konkurrenz an Sportarten ist einfach groß und viele kennen Floorball nicht.“

Gemischte Teams funktionieren im Floorball gut

In Thiels Mannschaft spielt auch seine Tochter Leandra. Die 15-Jährige hat in der vergangenen Saison in einer Spielgemeinschaft mit Bonn in der Regionalliga gespielt. Auch gegen erwachsene Frauen. „Ich bin groß für mein Alter und spiele mit viel Körpereinsatz. Das habe ich mir angeeignet, da ich früher nur mit Jungs gespielt habe. Daher war es okay, auch gegen ältere Frauen zu spielen“, sagt sie. Aber gemischt spielt sie trotzdem am liebsten. Und im Floorball funktioniere das auch gut, findet sie.

Als Verteidigerin unterstützt Leandra die Torhüterin, schießt aber auch Tore. „Wenn ich hinten spiele, behalte ich am besten den Überblick. Das gefällt mir an der Position besonders.“ Die Neuntklässlerin hat ein großes Ziel vor Augen: 2024 mit der U19-Nationalmannschaft bei der WM spielen. Die WM 2021 wurde aufgrund der Corona-Pandemie schon abgesagt und wäre für die 15-Jährige noch zu früh gewesen – auch wenn sie theoretisch schon in der U19 hätte spielen können.

Floorball-Training während Lockdown zuhause

Für ihr sportliches Ziel trainiert Leandra in der Regel viermal die Woche plus Spiele am Wochenende. In der Regel, also wenn Corona den Sport nicht einschränkt. Aktuell ist Training nur zuhause erlaubt. Hier hat Leandra zwei Geräte stehen: eines zum Pässe üben, ein zweites zum Slalom-Laufen. Schläger und Bälle natürlich auch genug, immerhin ist der Papa ja Trainer. Auch dessen Tätigkeit hat sich durch Corona stark reduziert. Aber natürlich nicht der Wille, den Sport voranzutreiben. Wenn es Corona wieder zulässt, will Thiel eine Art Girls Day in NRW veranstalten, bei dem Mädchen und Frauen den Sport ausprobieren und Floorball-Vereine kennenlernen können. Warum sich das lohnt? Das ist für den Trainer klar: „Floorball ist eine sehr leicht erlernbare Sportart, abwechslungsreich und die schnellste Hallensportart zu Fuß.“

Erschienen in Hockey/Floorball am 24. Januar 2021

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