Rebecca Orendorz: ,Ich glaube fest daran, dass wir unsere Mission erfüllen'

ExklusivVon Donnerstag bis Sonntag (11. bis 14. November) haben die DEB-Frauen in Füssen die Chance, sich ein Ticket für die Olympischen Winterspiele zu erkämpfen. Über diese wichtige Mission haben wir mit Verteidigerin Rebecca Orendorz gesprochen.

Österreich, Italien, Dänemark – diese drei Nationen gilt es für die DEB-Frauen zu schlagen, um sich ein Ticket für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zu sichern. Los geht es am Donnerstag (11.11.) mit der Partie gegen die Nachbarinnen aus Österreich. Das Team um Bundestrainer Thomas Schädler befindet sich schon seit Donnerstag in Füssen und bereitet sich auf die wichtige Aufgabe vor. Dabei mussten die DEB-Frauen bereits einen Rückschlag hinnehmen: Torhüterin Jenny Harss kann aufgrund eines positiven Corona-Befunds nicht bei der Mission unterstützen.

Verteidigerin Rebecca Orendorz (ehem. Graeve) blickt dem Turnier positiv entgegen und glaubt fest an ihr Team. Die 28-Jährige war auch bei der Weltmeisterschaft in Kanada dabei und kennt von dort schon die dänische Nationalmannschaft. Wir haben mit der Spielerin, die in dieser Saison von den EC Bergkamen Bären zum Deutschen Meister nach Planegg wechselte, über das anstehende Turnier und die große Chance auf Olympia gesprochen.

Rebecca, seit Donnerstag seid ihr in Füssen in der Bubble. Wie ist das Wiedersehen mit der Nationalmannschaft für dich?

„Es ist immer schön, die anderen wiederzusehen. In diesem Jahr haben wir durch die Weltmeisterschaft ja schon viel gemeinsam erlebt. Anders als bei der WM in Kanada dürfen wir nun aber im Hotel in unserer Bubble gemeinsam Zeit verbringen, das ist toll für das Mannschaftsgefüge.“

Ist es spielerisch ein Vorteil für euch, dass die WM erst zwei Monate vorbei ist?

„Das kann ich noch nicht genau sagen, schließlich hatten wir so eine Situation noch nie. Wir hätten uns bestimmt auch ohne WM im Sommer zu einem Lehrgang getroffen, aber ein solches Turnier ist natürlich etwas anderes. Ich glaube schon, dass wir etwas Positives aus Kanada mit in die Olympia-Qualifikation nehmen.“

Dort habt ihr auch gegen Dänemark gespielt – und gewonnen. Wie hast du die Gegnerinnen erlebt?

„Dänemark spielt sehr körperlich und ist stark in Zweikämpfen. Hier haben sie den Vorteil, dass sie einige große Spielerinnen im Kader haben. Auch läuferisch sind die Däninnen gut drauf und bei ihren Angriffen müssen wir gerade in der Verteidigung äußerst wachsam sein. Wenn wir aber von Beginn an unser Spiel machen, bekommen wir sie in den Griff. Von der WM wissen wir: Wir können Dänemark schlagen.“

Österreich und Italien auch?

„Gegen Italien habe ich selbst noch nie gespielt, das wird für einige von uns ein Überraschungsgegner, auch wenn wir uns natürlich per Videoanalyse auf die Gegnerinnen vorbereiten. Auf Österreich sind wir immer mal wieder getroffen, zuletzt bei der WM-Vorbereitung im Sommer. Die Österreicherinnen sind kämpferisch und willensstark, die müssen wir definitiv ernst nehmen.“

Dann schätzt du eure Chancen gut ein, das Turnier zu gewinnen?

„Ja, ich glaube fest daran, dass wir unsere Mission erfüllen und das Ticket für Peking lösen. Wir dürfen uns nur nicht verunsichern lassen und müssen unser Spiel durchziehen.“

Welche Rolle nimmst du bei dieser Mission ein?

„Ich will den Gegnerinnen keine Chance lassen und als Verteidigerin zudem gute Aufbaupässe spielen. Wenn wir hinten gut rauskommen, dann ist das schon viel wert. Und wenn ich vors Tor komme, will ich meine Chance natürlich nutzen. 2018 war ich dabei, als wir die Qualifikation für Olympia knapp verpasst haben – diesmal muss es klappen. Olympia ist wie für viele andere mein großer Traum.“

Anders als 2018 spielt ihr die Qualifikation diesmal zuhause.

„Ja, diesmal haben wir auf jeden Fall den Heimvorteil. Hier sind wir in unserer eigenen Umgebung und müssen uns nicht wie 2018 in Japan nach den Gegebenheiten eines anderen Landes richten. Wir kennen die Halle, das Eis, den Kraftraum – das Leistungszentrum in Füssen ist für viele von uns wie ein zweites Zuhause. Und hinzukommt natürlich, dass wir diesmal auch Fans als Unterstützung dabeihaben.“

Wird deine Familie dabei sein?

„Mein Mann wird es leider nicht schaffen, der muss sich mit den Kassel Huskies auf das nächste Spiel der DEL2 vorbereiten. Aber meine Eltern werden vielleicht vor Ort sein.“

Nicht nur vor Ort werden Fans zusehen, die Spiele laufen auch bei MagentaSport.

„Das ist ein riesengroßer Meilenstein für das deutsche Fraueneishockey. Bei Magenta schauen viele Eishockey-Interessierte zu. Nun haben wir die Möglichkeit, uns den Leuten zu zeigen und sie auch in Zukunft als Zuschauer zu gewinnen. Vielleicht wird Magenta danach weitere Spiele aus dem Fraueneishockey übertragen, das wäre toll. Wir wollen uns endlich zeigen.“

Spielplan der Olympia-Qualifikation der Frauen

Donnerstag, 11.11.2021

  • 17:15 Uhr | Deutschland – Österreich
  • 20:45 Uhr | Dänemark - Italien

Samstag, 13.11.2021

  • 12:00 Uhr | Deutschland – Italien
  • 15:30 Uhr | Dänemark - Österreich

Sonntag, 14.11.2021

  • 12:00 Uhr | Deutschland – Dänemark
  • 15:30 Uhr | Österreich - Italien

Erschienen in Eishockey am 09. November 2021

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