DEB-Frauen wahren mit 4:1-Sieg gegen Italien die Chance auf Olympia-Ticket

Es war ein unerwartet schweres Spiel für das deutsche Team, das letztlich aber die Nerven behält und gegen Außenseiter Italien mit 4:1 (1:0, 1:1, 2:0) gewinnt. Damit bleibt die Chance auf ein Ticket zu den Olympischen Winterspielen 2022 bestehen. Nächster Gegner: Dänemark (Sonntag, 12 Uhr).

Vier Minuten vorsichtiges Abstasten – dann zeigen die DEB-Frauen, dass sie gegen Italien besser machen wollen, was gegen Österreich nicht geklappt hat. Nicola Eisenschmid trifft zur frühen Führung. Ein wichtiges Tor im Kampf um das Olympia Ticket für Peking 2022. Denn Deutschland muss nach der Niederlage gegen Österreich unbedingt gewinnen, um sich die Chance darauf wahren zu können. Und selbst dann ist die Teilnahme an den Winterspielen noch längst nicht klar. Doch im Leistungszentrum in Füssen geht es an diesem Samstagmittag vor rund 450 Zuschauer:innen erst einmal nur um einen Sieg gegen die italienische Auswahl.

Harter Kampf gegen leidenschaftliche Italienerinnen

Im ersten Powerplay für Deutschland fehlt der Zug zum Tor, die Schüsse, wenn sie kommen, sind nicht gefährlich genug. Als Italien wenige Minuten nach einem Foul von Nina Christof selbst in Überzahl spielt, macht das Team von Bundestrainer Thomas Schädler seine Sache dafür gut und hälten den Kasten sauber. Auch weitere Strafzeiten im ersten Drittel bleiben folgenlos. Anders zu Beginn der zweiten Spielzeit: In der 25. Spielminute nutzt Italien eine Überzahlsituation und erarbeitet sich den Ausgleich. Trainer Tom Schädler sagt dazu nach der Partie:

Wir hatten im ersten Drittel noch ein paar Probleme. Aber auch durch den Ausgleich haben wir uns nicht verrückt machen lassen.

Anders als am Donnerstag gegen Österreich finden die DEB-Frauen auf das Gegentor die passende Antwort: Lilli Welcke stellt mit ihrem Tor in der Nationalmannschaft in der 30. Minute den Abstand wieder her. "Es gab in dem Moment für mich nur eine Richtung und dann hat es tatsächlich auch geklappt." Allerdings tut sich das deutsche Team weiterhin schwer mit dem Abschluss gegen leidenschaftliche Italienerinnen. Selbst eine doppelte Überzahl bleibt ungenutzt. Schädler sagt: "Unser Überzahlspiel ist besser geworden, aber noch nicht so, wie wir das haben wollen." Mit einer 2:1-Führung geht das Team um Julia Zorn schließlich in den Schlussabschnitt.

DEB-Frauen machen im Schlussdrittel Druck

Jetzt geht es nicht nur darum, die Führung zu behalten. In Hinblick auf den Turniersieg wäre auch ein gutes Torverhältnis von Vorteil. Die Chancen werden im dritten Drittel häufiger. Eine davon nutzt schließlich Marie Delabre nach Vorarbeit von Nicola Eisenschmid und Lilli Welcke und erhöht auf 3:1 (48.) aus deutscher Sicht. Torschützin Delarbre sagt später bei MagentaSport:

Wir hatten heute alle Bock darauf, Eishockey zu spielen und sind top motiviert ins Spiel gegangen. Wir haben einfach an uns geglaubt, und es hat geklappt.

Und dann klappt es endlich auch mit dem Powerplay: Katharina Jobst-Smith baut die Führung aus. Italien macht mittlerweile einen müderen Eindruck und kann dem Druck der DEB-Frauen nicht mehr viel entgegensetzen. Nach einem Lattentreffer der Deutschen endet die Partie mit 4:1. Für die Italienerinnen, die als Außerseiterinnen in das Turnier gingen, ist damit jede Chance auf ein Olympia-Ticket vertan. Italiens Franziska Stocker ist trotzdem zufrieden mit dem Spiel ihrer jungen Mannschaft: "Wir haben viel besser gespielt als im Spiel gegen Dänemark und nehmen diese positive Erfahrung mit." Italien trifft am Sonntag noch auf Österreich. Auf das deutsche Team wartet mit Dänemark der wohl härteste Gegner des Turniers.

Erschienen in Eishockey am 13. November 2021

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