Olympia aktuell Tag 11: Mihambo mit Nerven aus Stahl, Bahnrad-Vierer schaffen Historisches

Der Goldrausch geht einfach weiter in Tokio. Dafür sorgten Weitspringerin Malaika Mihambo sowie der Bahnrad-Vierer in der Teamverfolgung. Doch auch der Deutsche Segler-Verband konnte heute die Sektkorken knallen lassen. Der elfte Olympia-Tag im Überblick.

Leichtathletik: Mihambo springt im letzten Versuch zu Gold

Bis zum Schluss musste sie zittern, dann stand fest: Malaika Mihambo ist Olympiasiegerin im Weitsprung! Die Titel-Sammlung ist jetzt komplett: Nach dem Sieg bei der EM 2018 und der WM 2019 kann sie sich nun auch Olympia-Gold um den Hals hängen. Nur drei Zentimeter trennten die ersten Drei voneinander, am Ende hatte Mihambo aber mit einer Weite von 7 Metern knapp die Nase vorn. Der Wettkampf war unglaublich spannend, denn ihr Goldsprung gelang Mihambo erst im letzten Versuch.

"Ich wusste, ich habe nur noch diesen letzten Versuch und muss mein Bestes geben. Und dann habe ich diese innere Stärke gefühlt und diesen Glauben an mich selbst, der ungebrochen ist." (Mihambo im ZDF)

Zweite wurde die Olympiasiegerin von 2008, Brittney Reese, vor der weitengleichen Ese Bruma aus Nigeria. Malaika Mihambo gewann das erste deutsche Weitsprung-Gold seit Heike Drechsler 2000 in Sydney.

Sehr zäh lief es dagegen für die Weltjahres-Zweite Christine Hussong in der Speerwurf-Qualifikation. Sie kam überhaupt nicht mit den Bedingungen im Olympiastadion von Tokio klar und qualifizierte sich nur knapp als Elfte für das Finale am Freitag. Zudem verpasste Corinna Schwab über die 400m als Vorlauf-Fünfte das Halbfinale.

Bahnrad: Historisches Gold in der Teamverfolgung

Das war der reinste Wahnsinn heute im Izu Velodrome und hatte so wahrscheinlich auch kaum jemand im Vorfeld der Olympischen Spiele auf dem Zettel. Insgesamt dreimal verbessern der deutsche Bahnrad-Vierer mit Franziska Brauße, Lisa Brennauer sowie Lisa Klein und Mieke Kröger den Weltrekord auf ihrem Weg zum Olympia-Gold. Da konnten noch nicht einmal die Titelverteidigerinnen aus Großbritannien mithalten. Am Ende waren die deutschen Frauen mehr als sechs Sekunden schneller – eine Welt im Bahnradsport.

"Wir haben mit einer Medaille spekuliert und waren nach der Quali erst mal erstaunt, dass die anderen nicht an unsere Zeit herankamen. Dann war klar: Wir wollten unbedingt dieses Gold und sind immer schneller geworden." (Franziska Brauße)

Im Rennen um Platz Drei konnten sich die USA gegen Kanada durchsetzen und sicherten sich damit die Bronzemedaille. Es ist die erste Medaille für die deutschen Frauen in dieser Disziplin, welche erst seit 2012 olympisch ist. Doch dass mit ihnen zu rechnen ist, zeigten sie bereits vergangenes Jahr bei der EM, als sie den Titel holten.

Segeln: Medaillenregen im Enoshima Yacht Harbour

Zuletzt gab es 2000 in Sydney dreimal Edelmetall für die deutschen Segler*innen, heute war wieder so ein Tag. Zuerst gewannen Tina Lutz und Susann Beucke in der 49 FX-Klasse Silber, dann sicherten sich die beiden Duos Paul Kohlhoff / Alica Stuhlemmer in der Nacra 17-Klasse sowie Erik Heil / Thomas Plößel im 49er Bronze. Was für ein Erfolg für den Deutschen Segler-Verband.

Tina Lutz und Susann Beucke lagen bereits vor dem abschließenden Medaillenrennen auf dem Bronze-Rang, doch das schlechte Rennen der Niederländerinnen katapultierte sie noch auf den 2. Platz. Seit 2007 bilden die beiden ein Duo, verpassten aber 2012 und 2016 noch die Spiele. Umso mehr freuen sie sich nun über die Silbermedaille.

„Es war ein unheimlich langer Weg für uns, auf dem wir wirklich viel erlebt haben. Aber jetzt können wir unser Potential endlich ausschöpfen und das ist einfach nur ein wunderbares Gefühl.“ (Susann Beucke)

Olympiasiegerinnen wurden Martine Grael und Kahena Kunze aus Brasilien, die damit ihren Titel verteidigen konnten. Einen holprigen Start in ihr letztes Rennen legten dagegen Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer hin, konnten sich aber dank einer überragenden Aufholjagd noch Platz Acht und somit die Bronze sichern.

Beachvolleyball: Die Titelverteidigung bleibt für Laura Ludwig ein Traum

Das war’s mit dem Traum der Titelverteidigung für Laura Ludwig. Mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch scheiterte sie heute im Viertelfinale an dem US-amerikanischen Duo Alix Klineman und April Ross. Doch es war verdammt eng. Ludwig / Kozuch konnten lange mithalten, am Ende erreichten jedoch anstatt der Deutschen die US-Frauen dank eines 2:0-Sieges (19:21, 19:21) das Halbfinale.

Katarina Schubert

Katarina Schubert

Erschienen in Leichtathletik, Radsport, Volleyball, Wassersport am 03. August 2021

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