Deutsche Frauen sorgen bei Bahnrad-EM für Medaillenregen

Die deutschen Verfolgerinnen haben auch die Einerverfolgung dominiert. Lisa Brennauer ist neue Europameisterin, Mieke Kröger gewann die Bronzemedaille. Für weiteres Edelmetall sorgte Pauline Grabosch, die im 500-m-Zeitfahren der Frauen Platz zwei belegte.

Lisa Brennauer schraubte bereits in der Qualifikation am Vormittag mit einem neuen Bahnrekord die Bestzeit auf 3:18,538 Minuten und war mehr als zwei Sekunden schneller als die Französin Marion Borras. Beide kämpften am Abend im Finale um den Titel. Im Finale über zwölf Runden lang Brennauer zunächst zurück, fuhr ihren Rhythmus und kam von Runde zu Runde näher. Nach 3000 Metern stoppten die Uhren bei 3:19,548 Minuten. Das war der EM-Sieg! Die Französin hatte fast drei Sekunden Rückstand.

Brennauer glücklich mit Doppel-Erfolg

„Ich freue mich, dass ich mich entschieden habe, hier zu fahren. Zwei Starts, zwei Europameister-Titel, besser geht es nicht. Ich wohne ja nicht so weit weg und die Familie war live dabei. Sie haben sich alle riesig gefreut. Ich wusste nicht, dass die Französin vorn ist, habe einfach versucht mein Ding zu machen. Wirklich sicher, dass ich vorn lag, war ich erst, als die Glocke kam“, kommentierte Brennauer ihren Doppel-Erfolg in Grenchen.

Es ist ein super Gefühl, hier zweimal gewonnen zu haben. Ich bin super happy und hoch motiviert für die WM.

Mieke Kröger fuhr in der Qualifikation mit 3:21,742 Minuten die drittschnellste Zeit und verbesserte ihre eigene Bestmarke um fünf Sekunden. Sie traf im kleinen Finale um Bronze auf die Italienerin Martina Arzini, die sie drei Runden vor Schluss überholte und ihre eigene Bestzeit erneut verbesserte.

„Ich habe in diesem Jahr sehr viel Selbstvertrauen getankt, durch den Erfolg bei den Olympischen Spielen. Die Qualifikation war sehr souverän, und auch im Finale konnte ich meine eigene Bestzeit um fünf Sekunden verbessern. Jetzt freue ich mich auf die WM. Es gibt zwar noch keine offizielle Nominierung, aber wir haben ja drei Startplätze,“ sagte Mieke Kröger nach ihrem Bronze-Lauf.

Grabosch motiviert zur WM

Im 500-m-Zeitfahren gewann Pauline Grabosch ihre zweite EM-Medaille. Die Erfurterin, bereits in der Qualifikation Zweitschnellste hinter der Russin Daria Shmeleva, bewies mit ihrer starken Leistung bei dieser EM, dass sie trotz der langen Wettkampf-Pause nach wie vor Weltklasse ist! In Tokio bei den Olympischen Spielen war sie nur als Ersatzfahrerin dabei, weil nur zwei Sportlerinnen starten durften. Bei der EM in Grenchen war nur die Russin Daria Shmeleva schneller als die 23-Jährige, die bereits zwei WM-Siege im Teamsprint und vier Goldmedaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften gewinnen konnte.

„Internationale Wettkämpfe bleiben dieselben und die Anspannung und Nervosität auch“, meinte Pauline Grabosch zum Thema der wenigen Rennen in den letzten eineinhalb Jahren. 

Ich nehme von hier wieder neue Erfahrung und Motivation mit. Diese EM war eine gute und sehr erfolgreiche Zwischenstation auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Roubaix.

„Ich bin sehr zufrieden mit meinen Mädels. Pauline blieb nur knapp über ihrer persönlichen Bestzeit, hat Silber gewonnen; Alessa hat ihre Bestmarke um drei Zehntel verbessert und konnte im Finale noch einen Platz gut machen. Darum werden wir morgen optimistisch in das Keirin-Turnier starten,“ sagte U23-Bundestrainer Carsten Bergemann.

Verfasst von BDR

Erschienen in Radsport am 09. Oktober 2021

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