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Auf der Bahn und der Straße: Lisa Brennauer will zu ihren dritten Olympischen Spielen

Die Doppelbelastung von Bahn und Straße ist für sie kein Problem: Lisa Brennauer will in beiden Disziplinen bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gehen. In London und Rio war die Radsportlerin auch schon am Start und hat gute Erinnerung an Olympia.

Für Lisa Brennauer wären es die dritten Olympischen Spiele, wenn Tokio die Jugend der Welt im Juli einladen darf. Darum sitzt die Allgäuerin auch Tag für Tag auf dem Rennrad und trainiert fleißig. Und sie konnte in der noch jungen Saison bereits beachtliche Resultate einfahren. In der Flandern-Rundfahrt verpasste sie als Zweite hinter Annemiek van Vleuten nur knapp den Sieg.

Erinnerungen an London und Rio

In London und Rio stand Brennauer schon am Start. „Ich habe tolle Erinnerungen an die vergangenen Spiele. Es war großartig, dort dabei sein zu dürfen, Teil der deutschen Mannschaft gewesen zu sein“, schwärmt die 31-Jährige. „Davon träumt doch jeder Sportler.“ In London sei sie aufgeregter gewesen, als in Rio, „weil es meine ersten Spiele waren und ich nicht wusste, was mich erwartet.“ Die Spiele 2016 waren aber ebenso spannend und unvergesslich. „Ich weiß noch genau, dass ich Gänsehaut hatte, als ich, begleitet von meiner Familie, die in Rio dabei war zum Start rollte. Das war nicht aus Nervosität, sondern mich hat das Gefühl überwältigt, es geschafft zu haben, beim Olympischen Straßenrennen starten zu dürfen.“

Ähnlich wird es ihr in Tokio ergehen, denn auch für eine so erfahrene Athletin wie Brennauer sind Olympische Spiele das Highlight der Karriere. Und nach dem Erfolg der Bahn-WM in Berlin, wo Brennauer mit dem Vierer Bronze und in der Einerverfolgung Silber gewann, ist sie noch motivierter. „Berlin hat gezeigt, dass eine Medaille auf der Bahn für uns greifbar ist. Wir haben in einer Olympischen Disziplin eine Medaille gewonnen, das bedeutet viel,“ will sie in Tokio alles geben, um den Traum vom Olympischen Edelmetall zu verwirklichen. Aber auch für die Straße ist Brennauer hoch ambitioniert.

„Ich werde mich sehr konzentriert vorbereiten und zeigen, was ich drauf habe.“

Lisa Brennauer ist nach Judith Arndt die erfolgreichste deutsche Rennfahrerin, die sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn international zu den Besten gehört. Dreimal war die Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren auf der Straße, 2019 Vize-Welt- und Europameisterin im Teamzeitfahren der Nationalmannschaften. Ihren größten Triumph feierte sie 2014 als Weltmeisterin im Einzelzeitfahren auf der Straße im spanischen Ponferrada. „Jeder große Erfolg hat seine unglaublichen emotionalen Momente, die einem für immer bleiben, aber der WM-Titel im Einzelzeitfahren war schon besonders.“

Doppelbelastung Bahn und Straße

Bei der gleichen WM gewann sie auch noch die Silbermedaille im Einzelrennen auf der Straße, und fügte ihrer Medaillensammlung 2015 in Richmond in den USA noch eine Bronzemedaille hinzu. Bei der EM in Glasgow wurde sie Europameisterin in der Einerverfolgung und Zweite mit der Mannschaft, um wenige Tage später zu EM-Bronze im Straßenrennen zu sausen. Diese Doppelbelastung schaffen nicht viele, Brennauer scheint sie mühelos wegzustecken. Auch in Tokio wird sie sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn starten. Insgesamt zwölf Medaillen gewann die Allgäuerin bisher bei Welt- und Europameisterschaften in der Eliteklasse.

Bei all ihren Erfolgen ist Lisa Brennauer sehr bodenständig und empathisch. Sie ist gradlinig, ehrlich, ihrem Mitmenschen zugewandt. Auch im größten Rennstress verliert sie nie ihre Teamkolleginnen aus den Augen, ist mitfühlend, spürt, wenn sie gebraucht wird und weiß dann fast immer einen Rat. Obwohl erst 32 Jahre alt, ist sie so etwas wie die „Mutter der Kompanie“, eine auf die immer Verlass ist, sportlich und vor allem menschlich. „Mit Lisas Rückkehr auf die Bahn kehrte der Erfolg zurück,“ sagt Bundestrainer Korff. In Tokio soll zu den zwölf WM-und EM-Medaillen eine Olympische hinzukommen. Das wäre die Krönung der erfolgreichen Karriere der Lisa Brennauer.

Verfasst von BDR

Erschienen in Radsport am 17. April 2021

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