Anna Loerper erhält HBF-Award für außergewöhnliche Leistungen im Handball der Frauen

Nach der Supercup-Partie zwischen Borussia Dortmund und der SG BBM Bietigheim wird Anna Loerper mit dem HBF-Award für außergewöhnliche Leistungen und Verdienste im Handball der Frauen ausgezeichnet.

Anna Loerper beendete ihre aktive Karriere im Mai 2021 und blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück. Dafür wird sie nun nach dem diesjährigen HBF-Supercup zwischen Dortmund und Bietigheim ausgezeichnet. Ausgebildet bei der VT Kempen, spielte sie sich zunächst beim TSV Bayer 04 Leverkusen in den Fokus der Handball Bundesliga Frauen. Nachdem die Rückraummitte-Spielerin mit den Werkselfen 2005 den Challenge Cup (und später auch den DHB-Pokal) gewann, wurde der damalige Bundestrainer Armin Emrich auf sie aufmerksam. So debütierte Loerper am 14. Oktober 2005 im Spiel gegen Frankreich für Deutschland. In ihren 13 Jahren und 237 Länderspielen im Trikot des DHB reifte „Lumpi“ zur Führungspersönlichkeit und wurde 2016 zur Kapitänin der DHB-Frauen ernannt. Als Höhepunkte ihrer Nationalmannschafts-Karriere zählen der 3. Platz bei der WM 2007 in Frankreich und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking 2008.

Loerper als Spielerinnen-Vertreterin der HBF

Auf Vereinsebene wagte die Spielmacherin 2011 den Schritt ins Ausland zum dänischen Spitzenverein Team Tvis Holstebro und gewann dort zwei Jahre später den EHF-Pokal. Nach Stationen in Oldenburg und Metzingen wechselte Loerper 2018 nach Bietigheim und wurde mit der SG 2019 Deutscher Meister. Gekrönt wurde ihre Laufbahn mit dem DHB-Pokalsieg beim OLYMP Final4 in Stuttgart im Mai dieses Jahres. In den letzten drei Spielzeiten fungierte Loerper zudem als Vertreterin der Spielerinnen im HBF-Vorstand.

Anna hat sich nie geschont und immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt – sowohl auf als auch neben dem Platz.

Nun bekommt sie als Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Leistungen den HBF-Award verliehen, vorgenommen wird die Ehrung im Rahmen des HBF-Supercups von Andreas Thiel, dem HBF-Vorstandsvorsitzenden: „Obwohl Anna durch alle Sichtungsraster des DHB und der Landesverbände durchgefallen ist, hat sie sich zu einer Nationalspielerin und Führungspersönlichkeit auf und neben dem Feld gemausert. Nicht nur als Kapitänin der Nationalmannschaft hat sie den Handball der Frauen stark geprägt. Nachdem sie von Renate Wolf für Bayer 04 Leverkusen entdeckt wurde, war sie dort in jungen Jahren meine Siebenmeter-Partnerin und hat nach dem Training immer zehn Siebenmeter gegen mich geworfen, dies meist sehr erfolgreich. Anna hat sich nie geschont und immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt – sowohl auf als auch neben dem Platz.“

In die Fußstapfen von Clara Woltering

Auch Anna Loerper freut sich über die Auszeichnung: „Es ist eine große Ehre, dass ich den HBF-Award verliehen bekomme. Damit trete ich in große Fußstapfen, nachdem Clara Woltering 2019 zum ersten Mal überhaupt mit dem Award ausgezeichnet wurde. Ich freue mich aber auch riesig, am Wochenende endlich mal wieder Livesport zu sehen und bin gespannt, wie das Spiel um den HBF-Supercup ausgeht.“ Mit dem 2019 von der Handball Bundesliga Frauen ins Leben gerufenen HBF-Award werden Spielerinnen für ihre herausragende Karriere und außerordentliches Engagement im Frauenhandball geehrt. Als bisherige Preisträgerin wurde Clara Woltering ausgezeichnet.

Anna Loerpers herausragende Karriere

Stationen: VT Kempen, TSV Bayer 04 Leverkusen, Team Tvis Holstebro (DEN), VfL Oldenburg, TuS Metzingen, SG BBM Bietigheim

Größte Erfolge: Deutsche Meisterin 2019 und Pokalsiegerin 2021 mit der SG BBM Bietigheim - EHF-Pokalsiegerin 2013 mit Team Tvis Holstebro - Gewinnerin des Challenge Cup 2005 und Deutsche Pokalsiegerin 2010 mit dem TSV Bayer 04 Leverkusen - 3. Platz bei der Weltmeisterschaft 2007 - Olympia-Teilnahme 2008

Besondere Auszeichnungen: Handballerin des Jahres 2015 und 2016

Verfasst von HBF

Erschienen in Handball am 27. August 2021

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