Auf dieser Website werden Cookies eingesetzt.

Die Cookies ermöglichen viele hilfreiche Funktionen dieser Seite und erfüllen Analysezwecke.
* Mehr Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzerklärungen

Abschied dahoam: Cheyenne Loch beendet ihre Karriere beim Saisonfinale in Berchtesgaden

Nach Selina Jörg verabschiedet sich eine zweite Snowboard-Racerin von der Karriere-Piste: Nach anhaltenden Problemen am Sprunggelenk beendet Cheyenne Loch ihre Karriere.

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Raceboarderin Cheyenne Loch (SC Schliersee) erklärt zum Ende der Saison ihren Rücktritt vom Snowboard-Weltcup. Damit ist das Heimrennen am Wochenende, 20. und 21. März 2021, am Götschen in Berchtesgaden ihr letztes Rennen. Wenn Ramona Hofmeister die Chance hat, ihren zweiten Gesamtweltcup-Sieg zu holen, muss sich Snowboard Germany also auch von zwei Athletinnen verabschieden.

Für die 26-Jährige, die in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Verletzungen (u. a. zwei Kreuzbandrissen) und andauernden Problemen am Sprunggelenk zu kämpfen hatte, steht der Entschluss schon länger fest: „Die Verhältnismäßigkeiten stimmen nicht mehr. Ich habe unter Belastung ständig Schmerzen. Unter diesen Bedingungen will und kann ich meine Karriere nicht fortsetzen“, sagt Cheyenne Loch. „Vor meiner letzten OP habe ich für mich beschlossen, dass das meine letzte Chance ist. Mir war klar, dass ich es nicht noch einmal schaffe, ganz von vorne anzufangen“, ergänzt sie.

Obwohl Loch die erfolgreichste Saison ihrer Karriere mit drei zweiten Plätzen und aktuell Rang vier im Gesamtweltcup hingelegt hat, überwiegen bei ihr die körperlichen Strapazen:

„Der Funke ist nach meinem Comeback diesen Winter nicht mehr zurückgekommen.“

Andreas Scheid, Sportdirektor: „Erst Selina, jetzt Cheyenne: Sportlich gesehen sind die beiden Rücktritte Hiobsbotschaften für mich und die sportliche Leitung von Snowboard Germany. Persönlich bin ich aber auch stolz, dass wir so starke Charaktere in unserem Team haben, die für sich entschieden haben, wann der richtige Zeitpunkt ist. Cheyenne hatte mit ihren Verletzungen viele schwierige Momente. Ich habe großen Respekt, wie sie immer wieder zurückgekommen ist und bin mir sicher, dass ihr diese Erfahrungen auch in ihrem weiteren Leben helfen werden. Dafür wünsche ich ihr alles Gute. Die Tür zu Snowboard Germany – in welcher Funktion auch immer – steht immer für sie offen.“

Prof. Michael Hölz, Präsident: „Ich habe Cheyenne als sehr positiven, fröhlichen und fokussierten Menschen kennengelernt. Das Verletzungspech in den letzten Jahren ist jedoch nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Deshalb wünsche ich ihr alles Gute für die Zukunft und dass sie eine Aufgabe findet, die sie genauso erfüllt wie es der Leistungssport lange Zeit getan hat. Wir konzentrieren uns weiterhin auf unseren erfolgreichen Nachwuchs auf allen Ebenen und hier war und ist Cheyenne stets ein gutes Vorbild – daher würden wir uns über eine künftige Zusammenarbeit mit ihr sehr freuen.“

Supertalent auf dem Raceboard

Cheyenne Lochs Karriere nahm schon früh Fahrt auf. Mit gerade einmal 16 Jahren gewann die Schlierseeerin 2011 ihre ersten beiden Medaillen bei Juniorenweltmeisterschaften. Vier weitere folgten. Auch der Sprung in den Weltcup funktionierte problemlos: Insgesamt steht sie dort sechsmal auf dem Podium. Nach über zehn Jahren zieht sie sich genau wie ihre Teamkollegin und Weltmeisterin Selina Jörg nach dem Weltcup am Wochenende vor heimischer Kulisse vom Leistungssport zurück. Beim Saisonfinale in Berchtesgaden will sie aber noch einmal Vollgas geben: „Der dritte Platz im Gesamt- und Disziplinweltcup Slalom ist noch möglich. Außerdem fehlt mir ja auch noch ein Weltcupsieg…“, verrät die 26-Jährige augenzwinkernd.

Wie es danach beruflich für die Bundespolizistin weiter geht, hat Cheyenne Loch noch nicht abschließend entschieden. Fest steht bisher: „Ich werde dem Sport auf jeden Fall in irgendeiner Form erhalten bleiben und will versuchen, mein Know-how weiterzugeben. Mein Rücktritt als Leistungssportlerin ist kein Abschied vom Snowboarden!“

Verfasst von Snowboard Germany

Erschienen in Snowboard am 19. März 2021

Weitere Artikel