Bob/Rennrodeln

Ricarda Funk nach Olympiasieg auch Weltmeisterin, Elena Apel holt Silber

Ein unglaublicher Tag für die deutschen Kajak-Damen: Die Bad Kreuznacherin Ricarda Funk ist nach ihrem Olympiasieg im Kajak-Einer in Tokio nun auch Weltmeisterin. Teamkollegin Elena Apel freute sich über WM-Silber.

Ricarda Funk hat es tatsächlich geschafft, Geschichte zu schreiben. Olympia- und WM-Gold im selben Jahr. „Es war ein wirklich langes Jahr. Das Ziel waren definitiv die Olympischen Spiele und jetzt die Weltmeisterschaften, aber jetzt bin ich definitiv reif für einen Urlaub. Ich werde direkt von Bratislava aus losfahren“, sagte die 29-jährige Wahl-Augsburgerin, die für Bad Kreuznach startet. Erstaunlich, wie sie nach Tokio die Spannung noch hochhalten konnte. Als Halbfinal-Schnellste stand sie als Letzte am Start. Zu der Zeit konnte sich Team- und Zimmerkollegin Elena Apel bereits über Silber und ihre erste WM-Medaille überhaupt freuen. Noch als Führende in der Leaders Box stehende, sagte die 23-jährige Augsburger Kanu-Schwäbin:

Ich kann es kaum glauben. Es ist so aufregend. Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll.

Kajak-Bundestrainer Thomas Apel resümierte: „Die Kajak-Damen waren herausragend. Man hat Ricarda deutlich angemerkt, dass sie die zehn Trainingstage im Vorfeld hier nutzen konnte. Deshalb paddelte sie in einer eigenen Liga. Und nach dem Ausfall von Jessica Fox im Semifinale war sie die haushohe Favoritin.“ Lobend äußerte er sich, „sie hat dem Druck standgehalten und wie man so schön sagt, Geschichte geschrieben mit Olympiasiegerin und Weltmeisterin in einem Jahr.“ In einer anderen Liga fuhr Funk, denn trotz zwei Strafsekunden lag sie immer noch 2,51 Sekunden vor der Zweitplatzierten Apel. Dritte wurde die Britin Kimberley Woods

Ricarda Funk zu Tränen gerührt

Nach einmal Silber und zweimal Bronze bei Weltmeisterschaften ist es für Funk die erste WM-Goldmedaille. „Es ist verrückt, ich war so im Fluss bei meinem Rennen und dann sah ich die Zeit im Ziel und ich war einfach nur glücklich“, sagte sie zu Tränen gerührt in der Leaders Box. Sie konnte das Geschehene noch gar nicht fassen. 2016 hatte sie ihren großen Traum von Olympia verpasst, dann qualifizierte sie sich für Tokio2020. „2016 war so traurig. Dann war 2020, also jetzt 2021 mein Ziel. Und dann das, es ist einfach unglaublich.“ 

Doch neben diesem großen Erfolg konnte auch die 23-jährige Elena Apel, die vor einigen Wochen erst geheiratet hatte und in der nächsten Saison unter ihrem neuen Namen Lilik starten wird, ihre fantastische Leistung im wilden Wasser von Bratislava feiern. „Elena war, denke ich, auch überragend nach dem Wettkampfstress mit der späten WM-Quali. Und mit der relativ kurzen Vorbereitungszeit hat sie im Finale ihre Leistung auf den Punkt gebracht und darf sich über ihre erste WM-Medaille bei den Großen freuen“, resümierte Trainer und Vater Thomas Apel.

Elena
Apel jubelt über Silber. Foto: Franz Anton

Verfasst von DKV/Uta Büttner

Erschienen in Wassersport am 25. September 2021

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